Duisburger Jungenbüro

geschlechterreflektierte Pädagogik mit Jungen* in Duisburg - seit 20 Jahren
 

Willkommen bei Jungs e.V.

Die folgenden Seiten sollen Sie über unsere Angebote und unseren Verein informieren: Dabei legen wir großen Wert darauf, dass für jeden die richtigen Informationen jederzeit verständlich verfügbar sind. Wenn Ihnen etwas fehlt, melden Sie sich einfach.

Aktuelles 

Wie ein arabischer Arzt in Berlin Juden vor der Gestapo rettete - Buchvorstellung mit Igal Avidan

Duisburg, 18.12.2018

In seinem Buch über den ägyptischen Arzt Mod Helmy zeichnet der israelische Journalist die Geschichte um den Berliner Arzt Mod Helmy nach, welcher in der Zeit des Nationalsozialismus ein jüdisches Mädchen jahrelang versteckte und ihr somit unter großem persönlichen Einsatz das Leben rettete. Mod Helmy wurde für seine Taten posthum von der Gedenkstätte Yad Vashem in Israel als Gerechter unter den Völkern ausgezeichnet. Igal Avidan fand Helmys ehemalige Patienten, besuchte seine Verstecke und zeichnet in dem Buch Helmys einzigartige Geschichte nach.

Die Geschichte von Mod Helmy ist hierzulande noch weitgehend unbekannt, dabei ist diese Geschichte gerade heutzutage ein wichtiger Aufruf zur Verständigung der Menschen jenseits von religiösen oder ethnischen Grenzen. Um das zu verstehen, ist es wichtig, dass die Geschichte von Mod Helmy weiter getragen wird. Dazu gibt uns Igal Avidan am 25.01.2019, zwei Tage vor dem internationalen Holocaust- Gedenktag, im Internationalen Zentrum Duisburg die Gelegenheit. [weitere Informationen und Anmeldung]

Buchvorstellung "Mod Helmy - wie ein arabischer Arzt in Berlin Juden vor der Gestapo rettete" 25.01.2019 19 Uhr Internationales Zentrum, Flachsmarkt 15, Duisburg


Burak Yilmaz wird mit Bundesverdienstorden ausgezeichnet

Duisburg, 28.11.2018

Es gibt Situationen im Leben, die vergisst man nicht so schnell. Eine wird mit Sicherheit für den 31 Jahre alten Burak Yilmaz kommenden Dienstag sein. Dann wird Ihm von Bundespräsidenten Frank- Walter Steinmeier persönlich im Schloss Belevue der Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland verliehen. Unter dem Motto „Zukunft braucht Erinnerung“ zeichnet Herr Steinmeier am Tag des Ehrenamtes 38 Persönlichkeiten aus dem ganzen Bundesgebiet aus, die sich besonders verdient gemacht haben um die Gedenk- und Erinnerungskultur in Deutschland.

Burak Yilmaz erhält die Auszeichnung für sein Engagement als Gruppenleiter unseres Projektes „junge Muslime in Auschwitz“, in dem er sich gegen Antisemitismus unter muslimischen Jugendlichen engagiert. Dieses Engagement ist bereits zum jetzigen Zeitpunkt Thema in verschiedenen Medien gewesen. Mit dem seit 2012 laufenden Projekt verbindet Herr Yilmaz eine Form der Arbeit mit muslimischen Jugendlichen, welcher diese Jungs auch mitnimmt. Der Unterricht an deutschen Schulen bezieht sich insbesondere in Bezug auf die deutsche Geschichte nahezu ausschliesslich auf die Perspektive der deutschen Mehrheit. Eine Perspektive, die jedoch insbesondere hier im Ruhrgebiet viele Schüler*innen nicht mit einbezieht, denn Ihnen fehlt der familiäre Bezug zwischen den geschichtlichen Ereignissen und der eigenen Familiengeschichte. Burak Yilmaz schafft es seit nunmehr 6 Jahren, zusammen mit seinen Teamkolleg*innen diesen Antisemitismus in der muslimischen Community zu thematisieren und mit den Jugendlichen zusammen zu bearbeiten. Dieses macht Er mit viel Herzblut, Engagement und Freude und einer großen Portion Wertschätzung für die Jungs, die sich dem Thema stellen und bereit sind, die Vorbereitungswochenden mitzumachen, um dann schlussendlich nach Auschwitz zu reisen und sich vor Ort dem zu stellen, wozu Antisemitismus bereits geführt hat und folglich auch wieder führen kann. „Burak Yilmaz macht mit seiner Arbeit deutlich: In Deutschland gibt es kein Ende des Erinnerns und auch in der Zuwanderungsgesellschaft gibt es für Antisemitismus keinen Platz.“.

Wir freuen uns für unseren Teamkollegen, Mitglied, Initiativengeber und Fachmensch in der Auseinandersetzung um eine bessere Gesellschaft. Es macht uns stolz, dass einer unserer „HeRoes“, ein Aktivposten unter unseren Gruppenleitern für seine Arbeit eine solche Anerkennung erhält. 



Stellenausschreibung für das HeRoes- Projekt

Wir suchen zum nächstmöglichen Zeitpunkt für unser Multiplikatoren*Projekt „HeRoes – gegen Unterdrückung im Namen der Ehre – Ein Projekt für Gleichberechtigung“ in Duisburg eine Gruppenleitung in Teilzeit. Wir bieten jungen Männern* mit ehrkulturell geprägter Familiengeschichte ein Training zum Multiplikatoren* an um anschließend mit Ihnen Peerworkshops mit allen Jugendlichen anzubieten. Dabei arbeiten wir zu allen Themen gegen Geschlechterungleichheit. Das Projekt ist ein (pro-)feministisches und diskriminierungskritisches Projekt des Vereins Jungs e.V., entstanden aufgrund des Mutterprojektes des Vereins Strohhalm e.V. in Berlin. Der Schwerpunkt der Arbeit ist die geschlechterreflektierte Jungen*arbeit mit intersektionaler Ausrichtung im Rahmen von sozialer Gruppenarbeit mit einer festen Gruppe sowie die Begleitung von Schulworkshops unserer HeRoes im Rahmen der Kooperation mit weiterführenden Schulen in  Duisburg und Umgebung. Aufgrund der Besonderheit des Projektes suchen wir ab sofort nach einer männlichen* (mehrsprachigen) Fachkraft mit internationaler Familiengeschichte für eine bis zum 31.12.2021 befristete Anstellung in Teilzeit.

Weitere Informationen in der Stellenausschreibung!

Mit Bildern gegen Zwangsheirat: Eine Ausstellung, die bewegt

6.11.2018

Am gestrigen Montag Abend eröffnete im Jugendzentrum Zitrone in Duisburg eine Ausstellung unter dem Titel „Mit dem Malstift gegen die geraubte Kindheit“ der Menschenrechtsorganisation Terre des Femmes. Initiiert und organisiert wurde die Ausstellung von den „Grrrls Voice of HeRoes Duisburg“ des Vereins Jungs e.V. zusammen mit den Fachfrauen von Mabilda e.V.

Der Saal im Jugendzentrum Zitrone ist wahrlich nicht groß. Wer ihn betritt, sieht sich einer wahren Bilderflut gegenüber, zumal am Premierentag auch noch einem bunten Durcheinander von Menschen. Um kurz nach 18 Uhr eröffneten Hinrich Köppcke, Hatice Güler, Susanne Reitemeier- Lohaus, Holger Venghaus und Selim Asar zusammen mit den Frauen und Mädchen der Grrrls Voice of HeRoes Duisburg die Ausstellung, mit zum Teil sehr bewegenden Worten. Denn das Thema der Ausstellung ist kein leichtes, es geht um Zwangsheiraten und Frühehen in der Türkei. Die Partnerorganisation von Terres des Femmes, YAKA-KOOP veranstaltet jährlich in der türkischen Region Van einen Malwettbewerb unter dem Motto „Kinderbräute NEIN!“. 21 Kunstwerke von jungen Menschen im Alter von 8 bis 16 Jahren gehören zu der Ausstellung, und sie wirken. Sie wirken durch das Wissen, dass hier Künstler*innen am Werk sind, welche aus einer Region der Türkei stammen, in denen 40 % der Mädchen minderjährig verheiratet werden. Sie wirken durch die in den Bildern spürbare Bedrohung. Hier ist Heirat kein romantisches Versprechen, sondern eine Zwangsveranstaltung mit lebenslanger Dauer. Keine Spur von Freiwilligkeit, sondern der düstere Zwang patriachaler Familienstrukturen, welcher junge Mädchen, junge Frauen auch im jungen Erwachsenenalter ereilt und den Frauen den ausgehandelten Partner zuweist. [weiterlesen]

Jungs e.V. und Mabilda stellen Bilder über Früh und Zwangsverheiratung aus

30.10.2018

Die beiden Vereine Jungs e.V. und Mabilda holen die Bilderausstellung „Mit dem Malstift gegen die geraubte Kindheit“ von Terre des Femmes nach Duisburg und bieten für Schulklassen, Jugendgruppen und Einzelpersonen Führungen an.

Entstanden ist die Idee in der Mädchengruppe der HeRoes Duisburg, den Grrrls Voice of HeRoes Duisburg. Für die Idee wurden auch schnell Anhänger*innen beim städtischen Jugendzentrum Zitrone und dem Mädchenzentrum Mabilda gefunden, so dass schnell an der Umsetzung gearbeitet werden konnte. Es mussten neben den Räumen im relativ kleinen Jugendzentrum Zitrone auch größere Räumlichkeiten für öffentliche Führungen gefunden werden, so dass das Regionalzentrum Nord in Duisburg- Marxloh als Kooperationspartner*in gefunden werden konnte.

Unter dem Motto „Kinderbräute NEIN!“ veranstaltet YAKA-KOOP, Partnerorganisation von TERRE DES FEMMES, jedes Jahr einen Malwettbewerb an Schulen im südosttürkischen Van – einer Region, in der ca. 40% der Mädchen minderjährig verheiratet werden. Eine Jury wählt die Gewinnerbilder aus und plakatiert sie an belebten Orten in Van. So entwickelt die Bevölkerung ein Bewusstsein dafür, dass Früh- und Zwangsverheiratung eine Menschenrechtsverletzung ist. Gezeigt werden 20 Kunstwerke von SchülerInnen zwischen 13 und 23 Jahren. Dabei richtet sich der Blick auch nicht ausschließlich in die Türkei, denn minderjährige Mädchen werden auch nach Deutschland verheiratet. Andere bleiben nach einem vermeintlichen Sommerurlaub in der Türkei als Ehefrauen zurück. Was denken Mädchen aus der Türkei selbst darüber? Die Bilderausstellung vermittelt bewegende Einblicke in ihre Lebenskontexte. Die Ausstellung ist vom 06.11.- 09.11.2018 für Schulklassen im Jugendzentrum Zitrone, Kalthoffstr. 73, 47166 Duisburg geöffnet. [weiterlesen]


Mein Testgelände wird 5...

und lieferte auf dem Fachtag tolle Einblicke in die Arbeit. Mit dabei waren natürlich Teile der Redaktionsgruppe von HeRoes Duisburg und Grrrls Voice of HeRoes Duisburg.

Berlin, 04.10.2018

So einen Rahmen erlebt man in der pädagogischen Arbeit bei Fachtagen höchst selten. Geladen wurde heute von den Trägern des Projektes Mein Testgelände, BAG Jungenarbeit und BAG Mädchenpolitik, direkt in das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend nach Berlin- Mitte. Die Moderation übernahm Tarik Tesfu, feministischer Blogger und Videokolumnist von „Tariks Genderkrise“. Mit von der Partie waren natürlich viele bekannte Gesichter, wie Michael Drongand- Strud, Dr. Claudia Wallner, aber auch unsere HeRoes Emre Bayanbas und Soufian El Abdouni, und Grrrls Hatice Tekes und Merve Boyazi. Auch Susanne Reitemeier- Lohaus und Selim Asar sassen auf dem Podium und erläuterten dem Publikum den geschlechterreflektierten Ansatz der Arbeit von HeRoes.

In zahlreichen Beiträgen wurden Slams und Videos, Raps und Fachvorträge geboten, und immer wieder gefragt, was das eigentlich für die Jugendlichen und jungen Heranwachsenden bedeutet. Im wesentlichen bedeutet es persönliches und gesellschaftliches Wachstum, erlernen von Partizipation und Demokratie, aber auch ein Eintreten gegen Diskriminierung und Einschränkung. Ein roter Faden, der sich durch alle Beiträge zieht, sei es gegen Homophobie, gegen ein einschränkendes Rollenverständnis, gegen Sexismus, Rassismus, für Bildung, Freiheit und Respekt. Eine gute Praxis, welche Ministerin Franziska Giffey auch mit zum EU-Ministertreffen nimmt.

Über 750 Beiträge, monatlich über 5000 Abrufe der Beiträge über die Website www.meintestgelaende.de und nochmal über 7.000 abgerufene YouTube- Videos, über 4.000 aktive User*innen einer Facebook- Gruppe zum Thema geschlechtersensible Arbeit sprechen eine eindeutige Sprache, die Beteiligten des Projektes können stolz auf sich sein. Trotzdem, dass das Projekt als Beispiel einer gelungenen Sozialen Arbeit auf Augenhöhe und unter Berücksichtigung von den Bedürfnissen der Jugendlichen und jungen Heranwachsenden gesehen werden kann, ist beabsichtigt, das Projekt nicht weiter zu finanzieren, was leider auch zu einer großen Verunsicherung führte und führt.

Die Reaktion unserer Redaktionsgruppenmitglieder* zeigt uns aber, dass wir zurecht stolz auf die geleistete Arbeit der jungen Menschen sein können. Ihre Enttäuschung über das drohende Projektaus hielten sie nicht zurück. „Wer ist eigentlich schuldig, wenn die Jugend verloren geht“ fragte Hatice Tekes, und bezogen darauf, wie insbesondere in Zeiten von Hatespeech die Einstellung eines Projektes, in dem es um eine Auseinandersetzung mit den Positionen anderer Menschen geht, wirkt, fragte Merve Boyaci „Was haben wir getan, dass man uns so vernachlässigt, obwohl uns das Projekt so gut tut.“ Wir hätten es nicht besser sagen können.

Wir haben auch einen ausführlichen Artikel verfasst, zu finden hier.

Und wer sich selber überzeugen möchte: www.meintestgelaende.de